…und sich überraschen und beschenken lassen
Wenigsten zweimal in der Woche jogge ich und zweimal schwimme ich tausend Meter, um meine Gelenke zu bewegen, meinen Körper zu trainieren und ihn resistent zu machen gegen Krankheiten, um abschalten zu können, um ganz bei mir und meinen Gedanken zu sein. Das baut meine Seele auf und gibt mir neue Energie und hält meinen Körper in Schwung.
Am letzten Samstag war ich wieder auf den Beinen und joggte am Haus Kump vorbei zur Sentruper Höhe. Da kam mir ein Mann, ein Jogger, entgegen. Auf gleicher Höhe sprach er mich an: „Herr Laufmöller?“ „Ja“ antwortete ich, und wir blieben einen kurzen Moment stehen und unterhielten uns. „Schön, Sie zu sehen.“ Sinngemäß sprach er weiter:
„Vor einigen Jahren haben Sie unsere Kinder getauft. Dieses Ereignis haben wir noch in sehr guter Erinnerung, besonders die Taufdecke, in der unsere Kinder lagen und wir sie alle zusammen in diesem Moment getragen haben. Das war so ein tiefes Erlebnis. Ein Gefühl tragender Gemeinschaft, das enorm verbindet und uns heute noch beflügelt, zueinander zu stehen, sich beizustehen und sich zu unterstützen.
Dann sprach der Mann noch vom ‚Taufwald`, den wir direkt neben der Kirche angelegt hatten. Wir gehen dort immer mal wieder hin, zum ‚Jahresbaum‘, den wir damals mit unseren Kindern und den anderen Kindern des entsprechenden Jahres gepflanzt hatten. Die größeren Kinder konnten mit ihren Kinderschüppen das Loch wieder zumachen. Das war eine gelungene Aktion mit viel Freude.“
So ist es manchmal im Leben. Du läufst los, verlässt deine vier Wände und triffst dann Menschen, die dein Herz erfüllen. Bis heute versuche ich, die Botschaft des Lebens und des Glaubens durch konkretes Tun und Symbole zu veranschaulichen, damit sie nicht nur vom Verstand, sondern vor allem mit dem Herzen aufgenommen werden kann. Es ist eines der schönsten Gefühle für mich, wenn das gelingt und beim Gegenüber ankommt. Ich werde nicht aufhören, immer wieder nach neuen Ideen zu suchen, um die Freude des Glaubens anschaulich und berührend zu den Menschen zu bringen.
Die Begegnung beim Joggen an diesem Samstagmorgen hat mich froh und dankbar in den Tag getragen. Sie hat in guter weise Erinnerungen vom ‚Taufwald‘ wachgerüttelt, die ich bis heute in meinem Herzen trage. So wunderbar können Tage beginnen, wenn gute Worte dein Herz erreichen. „Das Herz hat eine Zukunft, die der Verstand nicht kennt“, so sagt es Blaise Pascal (1623-1662) und ich spürte in diesem Moment, wie sein Wort in meinem Innersten mich anspricht und zum Klingen kommt.
Machen auch Sie sich auf den Weg – Wunderbares und Erfüllendes kann geschehen.
U – Unterwegs sein
Euer / Ihr
Thomas Laufmöller
