Friedensbotschafter sein

Ein lieber und sehr enger Freund musste sich in letzter Zeit immer wieder verschiedenen Operationen unterziehen mit viel Risiko, ja, das eigene Leben stand auf dem Spiel. Vor den Operationen habe ich ihn besucht. Ich spürte seine Anspannung, war aber gleichzeitig beeindruckt, mit welch einer inneren Stärke er diesen, seinen Weg, geht.
Nach den Operationen haben wir regelmäßig den Kontakt über WhatsApp gehalten. Wie wunderbar, dass man über dieses Medium – wenn notwendig – sehr schnell verbunden ist.
Nach der letzten Operation – mittlerweile ist er wieder Zuhause angekommen – schrieb ich ihm vom Ponta da Piedade in Lagos von der Kraftquelle der Natur. Daraufhin antwortete er mir mit folgenden Zeilen:
„Ponta da Piedade in der Nähe von Lagos an der Algarve? Ja, das ist wirklich ein Segen, wenn man die Natur dort erleben kann. Erhol dich gut. Ich habe die Operation mit kleineren Komplikationen gut überstanden und hoffe, bald wieder auf die Beine zu kommen. Und die jetzige Zeit werde ich mich durch die Friedensgedanken von dir inspirieren lassen. Auch dir alles Gute und vor allem Gottes Segen, der uns trägt.“
Wie ermutigend, stärkend und aufbauend sind solche Worte. Neben liebevollen, mitgehenden Menschen findet mein Freund neue Kraft, Freude und Zuversicht auch durch meine Texte, die ich auf friedensbotschaften.de hinterlegt habe. Auch der Segen Gottes ist ihm eine große Kraftquelle.
Der russische Schriftsteller Marschaz beobachtete einmal sechs- bis siebenjährige Kinder beim Spielen. Er fragte sie: „Was spielt ihr?“ Sie gaben zur Antwort: „Wir spielen Krieg!“
„Spielt doch lieber Frieden!“ „Großväterchen, wie spielt man Frieden?“
Was für eine bestürzende Frage der Kinder. Auf der eine Seite spricht mein Freund von der menschlichen Inspiration durch Friedensbotschaften, und den Kindern ist der Friede völlig fremd. Was läuft da schief? Vielleicht ist Frieden langweilig? Natürlich, aufbauen ist wesentlich mühsamer als zerstören. Mir fällt gerade heute auf, wieviel wir von Verteidigung reden, wieviel Geld für Rüstung ausgegeben wird. Ja, ich denke, es stimmt: Die derzeitigen Bedrohungen fordern das ein. Wo aber sind daneben die Friedensbotschafter oder wie Jesus es sagt: „Selig sind die Friedensstifter!“ (Mt 5) Wo sind die Diplomaten? Wo sind die Menschen, die mit ihrer Sprache nicht angreifen, kleinmachen, zerstören, sondern verbinden?
Wenn wir unsere Kinder zu Friedensstiftern erziehen wollen, müssen wir ihnen liebevoll begegnen und sie liebevoll umfangen. Sie müssen erfahren, dass sie erst einmal bedingungslos angenommen werden. Wir müssen ihnen Vertrauen schenken und sie müssen dieses im Alltag erleben. Dass das Leben das wertvollste Geschenk ist, das wir haben und es wie ein kostbarer Schatz bewahrt werden muss, das müssen wir vorleben. Dass wir es schützen und Menschen ausnahmslos zur Seite stehen, denen es genommen oder eingegrenzt wird. Vielleicht müssten wir mehr von Menschen wie Gandhi erzählen, vielleicht fehlen uns gerade heute solche Vorbilder. Auseinandersetzungen ja – Verletzungen nein, das würde eine heilbringende Atmosphäre schaffen. Gandhi sagte einmal sinngemäß so: „Ich hoffe, dass unsere unterschiedlichen Sichtweisen uns nicht menschlich trennen.“ Wir Menschen sind sehr unterschiedlich, trotzdem können wir einander verstehen. Das beginnt mit gegenseitigem Verständnis, Achtung, Wertschätzung und Sachlichkeit. Das Mitfühlen gehört für mich noch wesentlich dazu. Sich in die Lage des anderen zu versetzen, der zerstört und kleingemacht wird. Darunter würde jeder Mensch leiden. Spüre dieses Leid in dir selbst, wenn es dich treffen sollte. Vielleicht lebst du dann friedlicher und liebvoller.

Euer / Ihr

Thomas Laufmöller

friedensbotschaften-Newsletter

Newsletter

Melden Sie sich hier für den Newsletter der „Friedensbotschaften“ an. Sie erhalten so automatisch aktuelle Informationen und Impulse per E-Mail. Tragen Sie Ihre E-Mail-Adresse ein. Prüfen Sie Ihren Mail-Posteingang oder Spam-Ordner, um Ihr Abonnement zu bestätigen.

Sie haben sich erfolgreich eingetragen. Prüfen Sie Ihren Mail-Posteingang oder Spam-Ordner, um Ihr Abonnement zu bestätigen.

DSGVO Cookie Consent mit Real Cookie Banner