„Licht im Dunkel“, so lautete das Thema der letzten Agapefeier am 25.10.2026.

Abschied nehmen vom Leben, Abschied nehmen von dieser Erde, loslassen müssen von geliebten Menschen, das gehört zu unserem Menschsein und ist zugleich unsere größte Aufgabe und Herausforderung.

Wie kann ich diese Aufgabe bewältigen, ohne mich selbst zu verlieren?
Wie nehme ich Abschied von geliebten Menschen?
Wie werde ich selbst einmal von dieser Welt gehen?

Mir sind dazu drei wichtige Hinweise gekommen.

Zum einen braucht es eine Erinnerungskultur. „Die Toten gehören zu den Unsichtbaren und nicht zu den Abwesenden“, so sagt es einmal Papst Johannes XXIII. Durch das Erinnern bleibt der Mensch – wenn auch in anderer Form – lebendig. Wenn wir von ihm erzählen, wenn wir uns in die gemeinsame Erdenzeit hineinfühlen, kommt das Leben wieder zum Vorschein. Das tröstet und gibt Mut zugleich.

Ein anderer Punkt ist, den kranken und sterbenden Menschen in tiefer Liebe zu begegnen und zu begleiten, ihm beizustehen, ihn gleichsam in den Arm und an die Hand zu nehmen. Menschen im Dunkel fühlen sich oft einsam und verlassen. Das können wir verhindern, indem wir unsere Liebe und Zeit diesen Menschen von Herzen schenken.

Schließlich möchte ich darauf hinweisen, dass in jeder dunklen Lebenssituation immer auch Lichtblicke da sind, die wir in der Trübsal leicht übersehen. Sie sind so hilfreich, das Schwere tragen zu können. Sie öffnen den Blick für Dankbares und Hoffnungsvolles.

Auf alle diese drei Gesichtspunkte bin ich in meiner Predigt ausführlich eingegangen. Ich würde mich freuen, wenn meine Gedanken Ihnen nicht nur am Ende des Lebens, sondern schon hier und heute Zuversicht und Stärke geben.

Das Holzkreuz mit den Kerzen gehörte bei der Agapefeier zum Ritual der Erinnerungskultur. Jede Kerze steht für einen ganz konkreten Menschen mit seiner Lebensgeschichte, die über den Tod hinaus weiter leuchtet bei den Menschen, die ihn so sehr geliebt haben. An diese Bilder der Liebe haben wir uns gemeinsam und bewusst erinnert.

Als wir am Ende der Agapefeier die Halle verließen, leuchtete das Mondlicht in unser Herz. Welch wunderbares Bild nach dieser geistlich erfüllten Stunde. Mit diesem Gefühl der Freude und Dankbarkeit sind wir alle dann nach Hause gefahren – Licht im Dunkel.

Holzkreuz aus offenen Regalfächern mit vielen brennenden Teelichtern und einer Kerze obenauf im dunklen Raum
Heller Vollmond am Nachthimmel zwischen Bäumen, davor ein orangefarbener Bagger

Euer / Ihr

Thomas Laufmöller

Thomas Laufmöller
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