Trost erfahren durch Erinnerungen
Die Abwesenheit einen geliebten Menschen ist schwer auszuhalten und ein solcher Mensch ist niemals zu ersetzen. Er hinterlässt eine Lücke, die nicht zu schließen ist. Diese Erfahrung ist auf der einen Seite sehr schmerzhaft und auf der anderen Seite unendlich tröstlich. Sie zeigt, was ein liebender Mensch im Innersten für einen anderen sein kann. Es ist paradox. Die Lücke bewirkt Trauer und Schmerz und gleichzeitig verbindet sie uns mit dem geliebten Menschen und das ist ein großes Geschenk.
Wenn die Lücke ausbleiben oder geschlossen würde, wäre die Beziehung dahin und das würde unser Herz endgültig zerbrechen. Der Tod eines liebenden Menschen oder eines geliebten Tieres (ich weiß, wovon ich spreche), ist wohl die größte Lücke unseres Lebens. Aber sie beendet nicht die Beziehung. Das sich erinnern bedeutet in der Tiefe: Trost erfahren.
Nie habe ich diese Aussage schöner formuliert gelesen als in einem Brief
von Dietrich Bonhoeffer aus dem Gefängnis.
„Je schöner und voller die Erinnerungen, desto schwerer ist die Trennung. Aber die Dankbarkeit verwandelt die Qual der Erinnerung in eine stille Freude. Man trägt das vergangene Schöne nicht wie einen Stachel, sondern wie ein kostbares Geschenk in sich. Man muss sich hüten, in den Erinnerungen zu wühlen, sich ihnen ausliefern, wie man auch ein kostbares Geschenk nicht immerfort betrachtet, sondern nur zu besonderen Stunden und es sonst nur wie einen verborgenen Schatz, dessen man sich gewiss ist, besitzt. Dann geht eine dauernde Freude und Kraft vom Vergangenen aus.“
Haben Sie Mut, sich Zeit zu nehmen, suchen sie diese besonderen Stunden, um bewusst in der Erinnerung zu schwelgen. Es wird sein, wie bei einer Rose. Die Stacheln sind schmerzhaft, aber die Blüte ist eine Augenweide, Freude und Trost zugleich.
T-Trost
Euer / Ihr
Thomas Laufmöller
