Liebe Mitchristen!

Wann wurde Ihnen zuletzt das Herz geöffnet?
Wer hat das bewirkt?
Wodurch hat er oder sie das erreicht?

Die Leitmelodie des Pfingstgottesdienstes 2021 in St. Stephanus lautete:
„Effata“ – öffne dich.
Mich zu öffnen…, mich neu auszurichten…, das Vergangene, das mich so sehr gestärkt und getragen hat, anzuschauen und wie einen kostbaren Schatz zu bewahren…, das gehört für mich zum Ruf „Effata“ – öffne dich.
Außerdem habe ich es auf meinem geistlichen Weg als Christ und als Priester immer wieder eingeübt und erfahren, mich für Gott und seine Gegenwart und Liebe zu öffnen. Diese bewusste Zeit mit dem unendlich Liebenden ist für mich zu einem der kostbarsten Augenblicke meines Lebens geworden. „Gott, du mein Gott, dich suche ich!“, „Meinem Gott will ich singen und spielen, solange ich lebe!“ – Solche Worte aus der wunderbaren Sprachwelt der Psalmen sind für mich Handgepäck des Glaubens; sie sind wie ein Geländer, an dem ich mich festhalten kann und das mir Halt, Lebensfreude und Lebenszuversicht gibt.

Zur Kommunion hat David Hartmann während des Pfingstgottesdienstes in St. Stephanus ein Psalmlied gesungen und auf dem Klavier begleitet. Es lautet:

 

„Wer unterm Schirm des Höchsten wohnt und im Schatten des Allmächtigen lebt, weiß genau, dass das jemand ist, der auch in dunklen Stunden durchträgt. Gott lässt keinen los, der sich fallen lässt, in seine starke Hand.“

 

Ich durfte erfahren, dass David dieses Lied bewusst für mich ausgesucht, gespielt und gesungen hat. Ich war und bin zutiefst berührt von dieser Geste der Zuneigung und Empathie.

Als ich dieses Psalmlied selbst auf dem Klavier gespielt und gesungen habe, kamen mir folgende Gedanken:

Wer unterm Schirm des Höchsten wohnt
Das ist ein Bild, das beschreibt, dass Gott unser Leben beschützt, ja „beschirmt“. Wir alle brauchen Schutz. Vielleicht denken wir manchmal: Wir sind stark genug und kommen allein zurecht. Aber dann, manchmal im nächsten Moment, spüren wir unsere Grenzen und unsere Bedürftigkeit – so schnell kann sich das Blatt wenden. Diese Haltung macht uns aber auch menschlicher und zeigt, dass wir Menschen Beziehungswesen sind und einander brauchen.
Ohne liebende Menschen hätte ich manches im Leben nicht geschafft. Und auch meine jetzige Situation der Versetzung gegen meinen Willen kann ich nur bewältigen durch Menschen, die in wunderbarer Weise mitgehen. Ich gehe weiterhin aufrecht und dankbar meinen Lebensweg – mein Leben, das erfüllt ist von Gottes unendlicher Liebe.
Ich schaue mit den Augen des Glaubens in die Natur, gehe mit meinem Hund Seo durch den Wald, blicke zum Himmel in die Baumkronen. Ich sehe, wie das Sonnenlicht durch die Baumkronen in den Wald fällt und denke und fühle: „Ich wohne unterm Schirm des Höchsten“ – Gott sei Dank.

Der auch in dunklen Stunden durchträgt
Dieses kleine Wort auch ist für mich entscheidend. Mein Primizwort lautet:
„Meinem Gott will ich singen und spielen solange ich lebe“.
Dieses Wort bestimmt bis heute mein Leben:
Der christliche Glaube, das Leben Jesu, erfüllt mich mit Freude, Liebe und Lebenszuversicht. Der singende Mensch gibt dieser Freude Raum, holt sie aus seinem Inneren und trägt sie nach außen in die Welt.
Einmal las ich: „Gott achtet dich, wenn du arbeitest, aber er liebt dich, wenn du singst“. Dieses Wort berührt mich bis heute zutiefst; ich habe es mir längst zu eigen gemacht und bitte Gott inständig, dass er mir hilft, diese Lebensmelodie wie einen „cantus-firmus“ durch mein ganzes Leben zu singen – über alle Höhen und Tiefen des Lebens hinweg.

Öffne dich – effata. David hat mein Herz geöffnet und mir gezeigt, was mich wirklich zum Leben führt: Menschen, die mitgehen, mitfühlen, und das in tiefer Wahrheit und Aufrichtigkeit.
Ich danke David sehr dafür und wünsche Ihnen allen, dass auch Sie immer wieder solche Erfahrungen lebendiger Beziehungen machen. Wo solche Liebe ist, da ist Gott.

Mit geöffnetem Herzen

Ihr / Euer

Thomas Laufmöller

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